Stille Trauer

„Du wirkst so stark.“ Dieser Satz oder so ähnliche, sind eigentlich immer als Kompliment gemeint – und trotzdem können genau diese sehr wehtun. Denn für den von Verlust Betroffenen fühlt sich das manchmal eher nach Ich sehe gar nicht, wie es Dir wirklich geht, an.

Viele Menschen gehen arbeiten, kümmern sich um ihre Familie, organisieren den Alltag, erledigen alles, was erledigt werden muss und gleichzeitig tragen sie einen Verlust mit sich herum, der sie innerlich kaum noch atmen lässt.

Aber sie weinen nicht vor anderen und sie sprechen auch eher selten über das, was sie bewegt. Manchmal nicht einmal mit ihrem Partner. Sie haben einfach gelernt, ihren Schmerz nach innen zu tragen.

 

Die Inhalte von diesem Blog

  1. Stille Trauer – und was sie wirklich bedeutet
  2. Warum manche Menschen so trauern
  3. Nicht nur nach einem Todesfall
  4. Wenn der Körper anfängt zu sprechen
  5. Das eigentliche Problem
  6. Was Menschen mit stiller Trauer brauchen
  7. Ein persönlicher Gedanke

 

Stille Trauer – und was sie wirklich bedeutet

Dieses als „Stille Trauer“ bezeichnete Verhalten ist keine Diagnose. Sie beschreibt vielmehr eine andere Art, mit Verlusten umzugehen. Denn, während manche Menschen ihren Schmerz offen zeigen, reden, weinen oder Trost suchen, ziehen sich andere zurück.

Man merkt diesen Menschen nichts an, denn sie machen immer weiter, lächeln und sind freundlich und zugewandt. Niemand käme auf die Idee, dass sie voller Trauer sind. Diese Verhalten führt oft dazu , dass ihre Trauer oft komplett übersehen wird.

Dabei ist sie da, oftmals tief und schmerzhaft und nicht weniger klein, als bei anderen Menschen – aber eben einfach viel weniger sichtbar.

 

Warum manche Menschen so trauern

Menschen entscheiden sich in der Regel nicht bewusst dafür, mit dieser stiller Trauer auf einen Verlust in ihrem Leben zu reagieren. Meist hat diese Art zu trauern eine Geschichte. Sätze wie „Reiß Dich zusammen, „“Andere haben es schwerer“ oder „Davon wird es auch nicht besser“ aus der Kindheit können einen hohen Stellenwert in ihrem Leben haben. Oder sie sind generell in einer Familie aufgewachsen, in der Gefühle eigentlich keinen Platz hatten.

Oder sie gehören zu der Generation, in der Funktionieren sowieso wichtiger war als alles andere – vor allem aber das reine Fühlen. Denn gerade Menschen aus den Nachkriegsjahrgängen erzählen oft, dass Trauer damals so gar kein Thema war. Stattdessen musste es für sie einfach immer weitergehen. Und dieses verinnerlichte „Immer Weitergehen“ wurde häufig an die nächste Generation weitergegeben. Gar nicht bewusst als Erziehungsregel, aber als festen Wert durch das tägliche Vorleben.

 

Nicht nur nach einem Todesfall

Diese Form und der Umgang mit Trauer begegnet uns dabei bei diesen Menschen nicht nur nach dem Tod eines Menschen. Sie zeigt sich genauso nach anderen Verlusten, die diese Menschen erleben, wie einer Trennung, nach einem Kontaktabbruch, nach einer Krebsdiagnose, nach einer Kündigung, nach einem Burnout oder auch wenn ein wichtiger Lebenstraum endgültig zerplatzt ist. Ganz egal was:  Viele dieser Verluste können dadurch von außen für ander gar nicht als Trauer wahrgenommen werden.

Dabei brauchen sie oft genauso viel Zeit und Aufmerksamkeit.

 

Wenn der Körper zu sprechen beginnt

Denn Trauer, die nicht gefühlt oder gelebt wird, geht nicht einfach weg. Sie sucht sich ihren Weg. Und wenn sie keine Worte findet, spricht halt manchmal der Körper für sie.

Ich erlebe immer wieder Menschen, die, neben dem, um was es vorrangig geht, irgendwann davon erzählen, dass sie unter Schlafstörungen, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, innerer Unruhe oder einer ständigen Gereiztheit leiden.

Natürlich steckt dabei nicht hinter jedem Symptom Trauer. Aber es ist schon auffällig, dass manchmal der Körper genau die Geschichte erzählt, die der Mensch selbst nie erlaubt hat zu erzählen.

 

Das eigentliche Problem

Das Schwierigste an stiller Trauer ist oft gar nicht der Schmerz, sondern die Einsamkeit, die sie mit sich bringt. Denn wer seine Trauer nicht zeigt, bekommt eben häufig auch keinen Trost – braucht er ja nicht, er ist ja stark. Die Umgebung denkt „Er kommt erstaunlich gut damit klar“ und feiert genau das noch lautstark und als vorbildliches Verhalten.

Dabei wünscht sich derjenige in Wahrheit vielleicht nichts sehnlicher, als dass ihn endlich mal jemand fragt, wie es ihm wirklich geht.

 

Was Menschen mit stiller Trauer brauchen

Dennoch brauchen Menschen mit stiller Trauer niemanden, der versucht, sie irgendwie zum Reden zu bringen und sie brauchen auch von niemanden irgendwelche perfekten Ratschläge. Was sie brauchen ist vor allem das Vertrauen, die Sicherheit und die Erlaubnis, auf ihre Weise trauern zu dürfen – ohne Zeitdruck, ohne Bewertung und ohne Anspruch.

Insofern reicht oft schon ein Mensch, der einfach dableibt, der mit aushält und der zuhört. Der nichts reparieren möchte und der auch die Stille akzeptieren kann.

 

Ein persönlicher Gedanke

Immer zu schweigen, bedeutet also schon „Stark zu sein,“ – aber nicht in dem Sinne, dass man besonders gut seine Erfahrungen trägt und verarbeitet, sondern nur, dass man für dieses ständige Schweigen unglaublich viel Kraft aufwenden muss. Denn nur weil niemand die Tränen sieht, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht da sind.

Vielleicht hast Du Dich in einigen Zeilen dieses Artikels wiedergefunden.

Vielleicht trägst auch Du einen Verlust mit Dir herum, den kaum jemand sieht. Einen Schmerz, über den selten gesprochen wird oder aber eine Trauer, die so still geworden ist, dass selbst Du sie manchmal kaum noch wahrnimmst. Dann möchte ich Dir sagen: Du musst damit nicht allein bleiben. Manche Lebensnarben heilen mit der Zeit von alleine. Aber andere brauchen einen geschützten Raum, in dem sie endlich gesehen werden dürfen.

Wenn Du Dir genau das wünschst, begleite ich Dich gerne ein Stück auf Deinem Weg.

Hallo, ich bin Astrid.

Ich bin die, die zuhört. Die fragt. Die mit Dir aushält, was gerade schwer ist, ohne Ratschläge und ohne Urteile.

Trauer und Verluste gehören zum Leben dazu, auch abseits von Tod und Sterben. Ich weiß, wie sehr sie belasten können und wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der Dich ernst nimmt, Deine Gefühle mitträgt und mit Dir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln kann.

Ich kann Dir Deine Trauer nicht abnehmen. Aber ich kann Dir helfen, sie ein kleines Stück leichter tragen zu können. Mit Worten, mit Bildern, mit Impulsen. Damit wieder Raum entsteht in Deinem Leben: Für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude und neues Vertrauen. 💜

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Astrid von Prondzinski

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