Heute ist Weltherztag.

Und als ich mich mit dem diesjährigen Motto beschäftigt habe, musste ich sofort an einen Satz denken, den wir ja wahrscheinlich alle kennen und den ich im Zusammenhang mit meiner Arbeit auch schon öfter gehört habe: „Das hat mir das Herz gebrochen.“

Diesen Satz sagen wir tatsächlich gar nicht so selten. Meist nach einem Verlust, der unser Leben in ein Vorher und Nachher teilt – und davon gibt es in einem menschlichen Leben manchmal sogar mehrere.

Die meisten Menschen meinen damit natürlich nicht ihr tatsächliches Herz.

Oder vielleicht doch?

Denn was viele nicht wissen: Ein gebrochenes Herz ist tatsächlich nicht nur eine Metapher.

 

Die Inhalte von diesem Blog

  1. Wenn Trauer das Herz aus dem Takt bringt
  2. Trauer wohnt nicht nur in Gedanken
  3. Wir unterschätzen die körperliche Seite von Verlust
  4. Use Heart for Every Heart
  5. Veränderung beginnt genau dort

 

Wenn Trauer das Herz aus dem Takt bringt

Vor einigen Jahren wurde medizinisch beschrieben, was heute als Broken-Heart-Syndrom oder Takotsubo-Syndrom bekannt ist.

Dabei handelt es sich um eine vorübergehende Funktionsstörung des Herzmuskels, die häufig nach extremen emotionalen Belastungen auftritt – etwa nach dem Tod eines nahestehenden Menschen, einer Trennung oder anderen schweren Krisen. Die Symptome ähneln teilweise einem Herzinfarkt: Brustschmerzen, Atemnot oder Herzrasen.

Mit anderen Worten: Ja, emotionaler Schmerz kann sich tatsächlich körperlich am Herzen zeigen.

Natürlich entwickelt nicht jeder Trauernde ein Broken-Heart-Syndrom. Aber die Existenz dieser Erkrankung macht etwas deutlich, das Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter schon lange beobachten, nämlich dass die Trennung zwischen Körper und Seele oft viel kleiner ist, als wir glauben.

 

Trauer wohnt nicht nur in Gedanken

Wenn Menschen zu mir kommen, sprechen sie selten zuerst über ihr Herz. Sie sprechen eher über Schlaflosigkeit, über Druck auf der Brust, über Unruhe und Atemlosigkeit. Über Erschöpfung und das Gefühl, ständig angespannt zu sein und über Herzklopfen, das plötzlich aus dem Nichts auftaucht.

Trauer ist kein Gedanke, den man wegdenken kann. Wir können sie nicht wegerklären und nicht gedanklich in den Griff bekommen. Sie ist eine Erfahrung, die buchstäblich durch den ganzen Menschen geht.

Durch Erinnerungen.

Durch Beziehungen.

Durch den Körper.

Durch das Nervensystem.

Und manchmal eben auch durchs Herz.

 

Wir unterschätzen die körperliche Seite von Verlust

In unserer Gesellschaft sprechen wir erstaunlich wenig darüber. Wir akzeptieren, dass jemand nach einer Operation Zeit zur Heilung braucht. Wir verstehen, dass ein Knochenbruch nicht nach zwei Wochen wieder belastbar ist. Doch wenn ein Mensch einen schweren Verlust erlebt, erwarten wir oft erstaunlich schnell, dass er einfach wieder funktioniert.

Dabei zeigen zahlreiche Forschungen, dass starke Belastungen, chronischer Stress, Angst und Trauer erhebliche Auswirkungen auf Herz und Kreislauf haben können. Die Verbindung zwischen psychischem Erleben und Herzgesundheit ist heute gut dokumentiert.

Vielleicht sollten wir deshalb aufhören, Trauer ausschließlich als emotionales Thema zu betrachten.

 

Was bedeutet es eigentlich, sein Herz zu schützen?

Der Weltherztag wurde von der World Heart Federation ins Leben gerufen, um auf Herzgesundheit aufmerksam zu machen und Menschen zu ermutigen, gut für ihr Herz zu sorgen. Die Organisation vereint Herzstiftungen und Fachgesellschaften aus mehr als 100 Ländern.

Doch wenn ich an Herzgesundheit denke, denke ich nicht nur an Bewegung, Blutdruck oder Cholesterin.

Ich denke auch an etwas anderes. An Beziehungen, Verbundenheit und an Menschen, die da sind, wenn das Leben aus den Fugen gerät. Denn eines der größten Missverständnisse unserer Zeit ist vielleicht die Vorstellung, wir müssten mit unseren Schmerzen allein zurechtkommen.

Dabei heilt ein Herz oft nicht nur durch Medikamente, sondern vor allem auch durch Nähe, Zuhören und Mitgefühl.

Durch Menschen, die nicht versuchen, unseren Schmerz wegzureden.

 

Use Heart for Every Heart

In der Kampagne des Weltherztages lautet das Motto „Use Heart for Every Heart“ – nutze dein Herz für jedes Herz.

Ich mag diesen Gedanken, gerade in einer Zeit, in der viele Menschen mit Verlusten kämpfen, die von außen oft niemand sieht. Denn Herz zeigen bedeutet für mich nicht nur, auf die eigene Gesundheit zu achten.

Für mich bedeutet es auch: Menschen nicht allein zu lassen, nachzufragen und zuzuhören. Da zu bleiben, wenn jemand gerade keinen Rat braucht, sondern Gesellschaft. Und deshalb ist für mich auch eine der wichtigsten Botschaften des Weltherztages: Herzen schlagen nicht nur. Sie erinnern, sie lieben, sie trauern und manchmal brechen sie eben auch.

Aber sie besitzen auch eine erstaunliche Fähigkeit: Sie können heilen – indem wir lernen, mit unseren Lebensnarben weiterzuleben.

 

 

P.S. Wenn Dich das gerade berührt und Du vielleicht genau an diesem Punkt stehst: Du musst das alles nicht alleine für Dich lösen. Mit Lebensnarben kann ich Dich unterstützen – schreib mir gerne.

P.P.S. Wenn Du mehr solchen Input zu Themen wie Verlust, Trauer und Abschied möchtest, dann ist mein Newsletter „Pflasterpost“ genau  das Richtige für Dich. Dort schreibe ich regelmäßig immer montags, alle zwei Wochen über Krisen, Verletzlichkeit, Trauer, über leise Verluste, seelische Narben, innere Prozesse und alles Dazwischen. Eben über all das, was tiefer geht und unter der Oberfläche liegt.

Regelmäßig unperfekt, aber regelmäßig ehrlich Es geht um Gedanken, die tiefer gehen, Perspektiven, die man nicht überall liest und Worte für das, was sonst keinen Namen hat. Dinge, die Dich in Deiner Situation ein bisschen begleiten können. Trag Dich hier ein und lies gerne mit.

 

Hallo, ich bin Astrid.

Ich bin die, die zuhört. Die fragt. Die mit Dir aushält, was gerade schwer ist, ohne Ratschläge und ohne Urteile.

Trauer und Verluste gehören zum Leben dazu, auch abseits von Tod und Sterben. Ich weiß, wie sehr sie belasten können und wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der Dich ernst nimmt, Deine Gefühle mitträgt und mit Dir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln kann.

Ich kann Dir Deine Trauer nicht abnehmen. Aber ich kann Dir helfen, sie ein kleines Stück leichter tragen zu können. Mit Worten, mit Bildern, mit Impulsen. Damit wieder Raum entsteht in Deinem Leben: Für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude und neues Vertrauen. 💜

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Astrid von Prondzinski

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  1. […] Das Broken-Heart-Syndrom, Trauer und warum manche Verluste nicht nur die Seele treffen […]

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