
Es gibt Themen und es gibt Blogparaden, bei denen man sofort weiß, was man schreiben wird und worüber man berichten möchte – und dann gibt es so Blogparaden mit einem Thema wie diesem hier:
„100 Dinge, auf die ich stolz bin“
von der Leadership-Coachin Lorena Hoormann.
Oh weia.
Überhaupt damit anzufangen, solch eine Liste für mich zu kreieren, fühlte sich, ehrlich gesagt, erst einmal – sagen wir es mal vorsichtig – ungewohnt an.
Eingefallen sind mir schon direkt ein paar Punkte, aber ich gehöre nun mal noch zu einer Generation, die gelernt hat, dass Bescheidenheit eine Tugend ist, sprich, dass man über Erfolge nicht zu laut sprechen sollte. Dass man lieber auf das schaut, was noch nicht geschafft ist und man noch zu tun und zu erlernen hat.
Vielleicht kennst Du das ja auch.
Deshalb können wir meist sofort aufzählen, was wir falsch gemacht haben, wo wir gescheitert sind oder was wir eben alles noch nicht können – aber einfach mal so spontan 100 Dinge aufzählen, auf die wir stolz sind?
Da wird es meist erst einmal ganz still in uns.
Auch wenn wir inzwischen natürlich alle wissen, dass Stolz so gar nichts mit Arroganz zu tun hat oder es auch nicht bedeutet, sich über andere zu stellen. Doch das Verinnerlichen davon, dass „stolz zu sein“ eigentlich einfach nur bedeutet, den eigenen Weg anzuerkennen – und das mit all seinen Umwegen, Verlusten, Narben, Entscheidungen, Zweifeln und Neuanfängen, fällt immer noch schwer.
Aber weil LEBENSNARBEN ja nun mal mein Thema sind, ist es mir dann doch irgendwann leicht gefallen, solch eine Liste zu erstellen, nämlich in Hinblick auf das, was trotz allem in meinem Leben gewachsen ist.
Here wie go.
Ich bin stolz darauf …
Über mein Leben und meinen Weg
- Dass ich immer wieder aufgestanden bin.
- Dass ich um Hilfe bitten konnte.
- Dass ich mutig genug war, um zu kündigen.
- Dass ich mich für die Selbstständigkeit entschieden habe.
- Dass ich diesen Schritt gegangen bin, obwohl er mir Angst gemacht hat.
- Dass ich Verantwortung für mein Leben übernommen habe.
- Dass ich gelernt habe, meiner Intuition zu vertrauen.
- Dass ich nicht mehr jedes Urteil anderer über mich glaube.
- Dass ich meinen eigenen Weg gegangen bin und immer noch gehe.
- Dass ich mich immer weiterentwickelt habe und weiterhin tun werde.
- Dass ich neugierig geblieben bin und auch mit über 50 noch ganz viel Neues lerne.
Über meine Familie
- Dass ich für zwei kleine, inzwischen große Menschen ein Zuhause geschaffen habe.
- Dass ich meine Kinder nicht nur großgezogen, sondern wirklich begleitet habe.
- Dass meine Kinder tolle Persönlichkeiten geworden sind, die ihren eigenen Weg gehen.
- Dass ich – wenn auch sehr mühsam – aber gelernt habe, Grenzen zu ziehen.
- Dass ich meinen Vater in den Tod begleitet habe.
- Dass ich mir bestimmte transgenerationale Themen bewusst gemacht und für mich beendet habe.
- Dass wir als Familie auch schwierige Zeiten überstanden haben.
- Dass ich Liebe nicht mit Perfektion verwechselt habe.
- Dass meine Kinder wissen, dass Gefühle sein dürfen.
- Dass sie erleben durften, dass man über Schmerz sprechen kann.
- Dass wir immer wieder gemeinsam lachen können.
Über gemeisterte Herausforderungen
- Dass ich Zeiten überstanden habe, in denen ich nicht wusste, wie es weitergeht.
- Dass ich Verluste ausgehalten habe.
- Dass ich Krisen nicht nur überlebt, sondern etwas daraus gemacht habe.
- Dass ich mich nicht von Enttäuschungen definieren lasse.
- Dass ich gelernt habe, Abschiede bewusst zu gestalten.
- Dass ich mich meinen eigenen Themen stelle.
- Dass ich nicht aufgegeben habe.
- Dass ich Hilfe annehmen kann.
- Dass ich trotz Verletzungen offen geblieben bin.
Über meine Persönlichkeit
32. Dass ich von Grund auf mitfühlend bin.
33. Dass ich Menschen wirklich zuhören kann.
34. Dass ich neugierig auf andere Lebensgeschichten bin.
35. Dass ich mutig unangenehme Themen anspreche.
36. Dass ich mich für Menschlichkeit einsetze.
37. Dass ich (hoch-)sensibel bin.
38. Dass ich heute weiß, dass diese Sensibilität eine Stärke ist.
39. Dass ich Humor habe, der auch manchmal andere trägt.
40. Dass ich über mich selbst lachen kann.
41.Dass ich durch und durch authentisch bin, auch wenn ich es mir damit vielleicht manchmal schwerer mache.
Über meine Arbeit
42. Dass ich LEBENSNARBEN gegründet und den ganzen damit verbundenen (Technik-)Wahnsin bewältigt
habe.
43. Dass ich meinem Herzen gefolgt bin.
44. Dass ich Menschen in Krisen begleiten kann.
45. Dass ich schwierigen Gefühlen Raum gebe.
46. Dass ich über Trauer spreche, wo andere schweigen.
47. Dass ich gesellschaftliche Tabuthemen sichtbar mache.
48. Dass ich mich für mehr Trauerkompetenz in der Gesellschaft generell einsetze.
49. Dass ich Verlust nicht nur auf Tod reduziere und damit auch stille Verluste würdige.
50. Dass ich Unternehmen für diese Themen sensibilisiere.
51. Dass ich Menschen helfen kann, sich selbst besser zu verstehen.
Über meinen Mut
52. Dass ich Dinge tue, obwohl ich Angst habe.
53. Dass ich mich zeige.
54. Dass ich sichtbar werde.
55. Dass ich schreibe und annehmen kann, dass das, was ich schreibe anderen tatsächlich etwas gibt.
56. Dass ich veröffentliche und mich nicht davon abhängig mache, wer darauf reagiert.
57. Dass ich Videos aufnehme, obwohl es mir alles andere als leichtfällt.
58. Dass ich Vorträge halten und Seminare gestalten kann.
59. Dass ich meine Meinung äußere.
60. Dass ich mich angreifbar mache.
61. Dass ich immer wieder den Mut finde, weiterzugehen.
Über meine gewachsenen Überzeugungen
62. Dass ich glaube, dass Gefühle wichtig sind.
63. Dass ich für Würde eintrete.
64. Dass ich Menschen nicht auf ihre Leistung reduziere.
65. Dass ich Verletzlichkeit nicht als Schwäche sehe.
66. Dass ich mich gegen Abwertung positioniere.
67. Dass ich für Mitgefühl einstehe.
68. Dass ich an Entwicklung glaube.
69. Dass ich an Verbindung und Resonanz glaube und diese auch aktiv gestalte.
70. Dass ich, trotz aller gemachten Erfahrungen immer noch voller Überzeugung an Hoffnung und Zuversicht
glaube.
71. Dass ich an die Kraft von Gesprächen und aktives, zugewandtes und wertschätzendes Zuhören glaube.
Über das Schreiben
72. Dass ich angefangen habe zu bloggen, obwohl ich nicht wusste, wie das überhaupt geht und wer es lesen
würde.
73. Dass ich meine Newsletter „Pflasterpost“ entwickelt habe und seit einem Jahr regelmäßig schreibe und
verschicke.
74. Dass ich gelernt habe, Geschichten zu erzählen.
75. Dass ich Menschen tatsächlich damit berühre.
76. Dass ich Worte finde, wo anderen die Worte fehlen.
77. Dass ich meine Erfahrungen teile und merke, dass sie anderen Menchen Mehrwert bieten.
78. Dass ich sichtbar mache, was oft unsichtbar bleibt.
79. Dass ich Themen und unsichtbaren Verlusten eine Stimme gebe.
80. Dass ich dranbleibe, auch wenn es manchmal schwer fällt.
81. Dass ich damit etwas bewege – wenn auch noch ganz klein.
Über meine Beziehungen
82. Dass ich gute Freundschaften habe.
83. Dass ich Menschen, trotz schlechter Erfahrungen, immer wieder von Herzen vertrauen kann.
84. Dass ich Menschen habe, die mich auffangen.
85. Dass ich, wenn auch mühsam, aber gelernt habe, Grenzen zu setzen.
86. Dass ich heute früher merke, wenn etwas nicht passt.
87. Dass ich mich nicht mehr für jede Harmonie verbiege.
88. Dass ich Konflikte – immer noch nicht gut – aber wesentlich besser aushalte.
89. Dass ich mich entschuldigen kann.
90. Dass ich zwar leider nicht vergessen, aber verzeihen kann.
91. Dass ich unendlich lieben kann.
Über Dinge, auf die ich keinen Einfluss hatte
92. Dass ich in einer Zeit leben darf, in der ich meinen eigenen Weg wählen kann.
93. Dass ich Menschen begegnet bin, die mich geprägt haben und ich sie auch als solche wertschätze.
94. Dass ich Erfahrungen machen durfte, die mich wachsen ließen.
95. Dass ich mir meine Rolle als Mutter so erfüllend erobert und gestaltet habe.
96. Dass ich die Fähigkeit habe, mich berühren zu lassen.
97. Dass ich trotz allem meinen Humor behalten habe.
98. Dass ich immer wieder Menschen finde, die mich inspirieren und ich mich auf diese auch einlasse.
99. Dass ich die Chance nutze, jeden Tag neu zu lernen.
100. Dass ich heute die Frau bin, die ich geworden bin.
Und was ich nach dem Erstellen dieser Liste für mich vor allem mitnehme?
Dass wir viel öfter auf das schauen sollten, was wir bereits alles geschafft haben, um zu erkennen, wie weit wir eigentlich schon gekommen sind (und das ich mir genau das auch immer wieder selber sagen sollte!) 💜
Welche Dinge würdest Du auf Deine Liste schreiben? Und wie leicht oder schwer fällt es Dir, überhaupt stolz auf Dich zu sein?
Ich freue mich auf Eure Erfahrungen in den Kommentaren.





