AvP Therapeutin

Manchmal werde ich gefragt „Was machst Du da eigentlich genau in Deiner Arbeit und mit LEBENSNARBEN?“
Oder aber „Ist das jetzt eigentlich Therapie, Coaching oder Beratung?“

Und manchmal kommt auch noch eine ganz andere Frage: „Warum beschäftigst Du Dich freiwillig mit so schweren Themen?

Ich finde, das sind ziemlich gute Fragen.  In diesem Blogatikel erzähle ich davon, was ich eigentlich tue, wie ich arbeite – und warum mir diese Arbeit so wichtig ist.

 

Die Inhalte von diesem Blog

  1. Ich begleite Menschen wenn etwas zu Ende geht
  2. Ich arbeite nicht daran, dass Du schnell wieder funktionierst
  3. Ich begleite nicht nur die Trauernden
  4. Wichtiges, was zu Ende geht, braucht einen bewussten Moment
  5. Ich möchte, dass wir als Gesellschaft besser darin werden
  6. Was passiert in meinen Gesprächen?
  7. Warum mache ich diese Arbeit?
  8. Ich glaube dabei an Ressonanz und nicht an schnelle Ratschläge
  9. Worum es mir in meiner Arbeit geht
  10. Du bist hier richtig

 

Ich begleite Menschen, wenn etwas zu Ende geht

Wenn ich von Trauer spreche, meine ich nicht nur den Tod eines Menschen.

Trauer kann entstehen, wenn eine Beziehung endet.
Wenn eine Krankheit das bisherige Leben verändert.
Wenn ein Job verloren geht.
Wenn ein Lebensplan zerbricht.
Wenn eine Rolle nicht mehr passt.
Wenn Kinder ausziehen.
Wenn eine Freundschaft endet.
Wenn wir erkennen, dass etwas, woran wir lange geglaubt haben, nicht mehr trägt.

Kurz gesagt:

Überall dort, wo etwas endet, das für uns Bedeutung hatte, kann Trauer entstehen. Und manchmal sieht diese Trauer überhaupt nicht nach Trauer aus. Manchmal verkleidet sie sich als Wut oder Rückzug, Erschöpfung, Reizbarkeit, Leere, Kontrollbedürfnis oder auch dieses seltsame Gefühl von „irgendwie ist das nicht mehr mein Leben“.

Genau dort setze ich an. Ich nenne es Trauerbegleitung mitten im Leben.

Ich arbeite nicht daran, dass Du schnell wieder funktionierst

Das ist vielleicht einer der wichtigsten Unterschiede in meiner Arbeit. Ich erkläre niemanden, wie er möglichst schnell wieder „nach vorne“ schauen kann. Ich glaube einfach nicht daran, dass jeder Verlust möglichst schnell überwunden werden muss. Stattdessen bin ich überzeugt davon, dass wir manchmal zunächst verstehen müssen, was eigentlich wirklich passiert ist – mit uns, unseren Gefühen und unserem Leben.

Was genau fehlt? Was genau ist zu Ende gegangen? Was davon tut immer noch weh? Was macht Dich daran wütend? Was vermisst Du wirklich? Was darfst Du endlich gehenlassen? Und was soll vielleicht gerade deshalb einen Platz behalten, weil es einmal so wichtig war?

Um diese Fragen zu beantworten zu können, braucht es manchmal keine Lösung, sondern einen Menschen, der zuhört. Der nicht sofort bewertet und der nicht nur sagt:

„Du musst nach vorne schauen.“

„Das wird schon wieder.“

„Du musst einfach loslassen.“

sondern Dich stattdessen erst einmal erzählen lässt – und zwar auch all das, was Du vielleicht noch niemanden erzählt hast.

Ich begleite nicht nur die Trauernden

Ein Bereich, der mir besonders wichtig ist, wird dabei oft übersehen: Die Menschen, die danebenstehen. Angehörige, Partner:innen, Eltern, Kinder oder Freund:innen, die einen geliebten Menschen durch eine schwere Erkrankung  oder eine andere schwere Zeit begleiten, denn auch sie sind betroffen, auch sie haben Angst. Auch sie verlieren Sicherheit, Zukunftsbilder und manchmal ihr bisheriges Leben.

Und trotzdem fragt häufig kaum jemand:„Wie geht es Dir eigentlich damit?

Ich möchte auch für diese Menschen Raum schaffen. Einen Raum für Sorgen, Überforderung, Angst, Wut, Hilflosigkeit und all die Gefühle, für die im Alltag oft kein Platz ist. Denn auch Angehörige können trauern – darum, dass sie nicht wirklich helfen können, dass das Leben, was sie einmal zusammen hatten, so nicht mehr möglich ist, dass sie keinen Platz für ihre Angst und ihre Ohnmacht finden, weil sie ja stark sein wollen und sich auch dafür schämen, dass sie so leiden, obwohl doch der Mensch an ihrer Seite die Schmerzen hat.

Wichtiges, was zu Ende geht, braucht einen bewussten Moment

Ich glaube außerdem daran, dass dieses Denken, dass wir einfach nur etwas beenden und loswerden sollten, weil etwas eben vorbei ist, falsch und nicht gesund ist. Manche Lebensphasen verdienen einfach einen bewussten Abschluss, etwas zum greifen um es zu be-greifen. Deshalb entwickle und begleite ich auch durch meine „Closing Chapter Moments“ – Abschiedsfeiern für Lebensphasen.

Ein bewusst gestalteter Moment, um innezuhalten und zu sagen:

Das war – und ist jetzt vorbei. Das war wichtig und wird es immer bleiben. Das hat mich geprägt und deshalb ist auch nicht alles verloren, sodern ich nehme ganz viel davon mit. Und das andere darf jetzt gehen.

Das kann der Abschied aus einem Unternehmen sein.

Das Ende einer beruflichen Phase. Der Übergang in den Ruhestand.

Ein Abschied nach einer Trennung oder Scheidung

Das Ende einer Familienphase, wie beispielsweise um dem Empty Nest Syndrom vorzubeugen.

Oder ein ganz persönlicher, anderer Übergang.

Für mich geht es dabei nicht um großes Pathos, sondern es geht darum, Übergänge nicht einfach zu übergehen. Wir können  manchmal wirklich erst dann innerlich weitergehen, wenn wir uns erlaubt haben, zurückzuschauen und dem Vergangenen einen würdigen und friedlichen Platz in uns zu geben.

Ich möchte, dass wir als Gesellschaft besser darin werden

Meine Arbeit endet deshalb für mich nicht beim einzelnen Menschen – alles was ich im Rahmen von Lebensnarben tue, tue ich, weil ich möchte, dass wir mehr Trauerkompetenz in unserer Gesellschaft entwickeln.

In Unternehmen. In Institutionen. In Schulen. Bei Führungskräften und überall dort, wo Menschen mit Veränderung, Verlust und Abschied konfrontiert sind. Denn Trauer gehört nicht nur ins private Wohnzimmer – sie sitzt auch im Büro, im Klassenzimmer, im Krankenhaus, im Kollegium. Eben dann wenn beispielsweise ein Mitarbeiter einen Angehörigen verliert, eine Kollegin schwer krank wird oder eine Klasse mit einem Todesfall umgehen muss.

Aber auch, wenn ein Unternehmen sich umstrukturiert, ein Team aufgelöst wird, eine Führungskraft geht oder ein Projekt endet, in das Menschen jahrelang Herzblut gesteckt haben.

All das geht mit Trauer einher und all das hinterlässt Spuren.

Ich möchte dazu beitragen, dass wir diese Spuren nicht länger als störendes Nebenprodukt des Lebens betrachten, sondern als etwas, mit dem wir kompetent, menschlich und bewusst umgehen können.

Was passiert in meinen Gesprächen?

Ich stelle Fragen. Ich höre zu und gebe Impulse. Manchmal sortieren wir gemeinsam ein großes Durcheinander aus Gedanken, Gefühlen und Erinnerungen – und entdecken dabei vielleicht ein Muster.

Manchmal geht es um einen Abschied, der nie richtig stattgefunden hat. Manchmal um etwas, das schon lange zurückliegt und trotzdem noch wirkt und manchmal geht es vor allem darum, nicht etwas „wegzumachen“, sondern darum, einen Umgang damit zu finden.

Ich arbeite achtsam, zugewandt und auf Augenhöhe. Nicht mit fertigen Antworten, sondern mit Interesse an dem Menschen, der mir gegenübersitzt. Dabei ist mir vor allem auch eine klare Grenze wichtig: Ich stelle keine Diagnosen und behandle keine psychischen Erkrankungen.

Dabei ist meine Arbeit ist Psychotherapie.

Ich bin systemischer Coach und Trauer- und Verlustbegleiterin und deshalb begleite, stabilisiere, sortiere und schaffe ich Raum für das, was gerade da ist und gesehen werden will.

Warum mache ich diese Arbeit?

Weil ich selbst erlebt habe, wie einsam Verluste sein und machen können und wie schnell Menschen versuchen, schwierige Gefühle kleiner zu machen und wegzuschieben. Wie oft wir erwarten, dass jemand nach einem Abschied möglichst schnell wieder „normal“ wird und wie wenig Sprache wir manchmal für das haben, was zwischen einem alten Leben und einem neuen liegt.

Und weil ich irgendwann verstanden habe: Trauer ist kein Sonderfall des Lebens. Trauer gehört zum Leben.

Wir verlieren Menschen – und wir verlieren auch Beziehungen, Rollen, Sicherheiten, Vorstellungen, Gesundheit, Zugehörigkeit und manchmal ein Bild von uns selbst und trotzdem wird darüber erstaunlich wenig gesprochen. Ich möchte dazu beitragen, dass sich das verändert.

Ich glaube dabei an Resonanz und nicht an schnelle Ratschläge

Vielleicht ist das der Kern meiner Arbeit.

Ich glaube daran, dass Menschen nicht immer jemanden brauchen, der ihnen sagt, was sie tun sollen, Manchmal brauchen sie einfach  jemanden, der wirklich mit ihnen hinschaut. Der aushält, dass etwas gerade nicht einfach ist. Der Ambivalenz zulässt und der auch vor Wut nicht erschrickt. Der Tränen nicht wegmachen muss und der nicht sofort eine positive Seite sucht. Der einen Abschied nicht kleinredet und der trotzdem daran glaubt, dass das Leben nach einem Bruch weitergehen kann.

Und der vor allem nicht so tut, als wäre nichts passiert, sondern der hilft, dem, was passiert ist, einen Platz geben.

Worum es mir in meiner Arbeit geht

Ich möchte Menschen begleiten, Abschiede bewusst gestalten, Angehörigen Raum geben und insgesamt Lebensphasen mehr würdigen.

Und gleichzeitig unsere Gesellschaft ein Stück trauerkompetenter machen, um mit allen Verlusten, die uns das Leben beschert, besser leben zu können. Denn wir können nicht verhindern, dass Menschen sterben oder dass Beziehungen enden, dass Lebenspläne zerbrechen, dass Krankheiten kommen und dass Menschen gehen oder sich berufliche Kontexte ändern.

Aber wir können entscheiden, wie wir damit umgehen. Menschlicher und bewusster. Mit mehr Sprache, mehr Mitgefühl und vielleicht auch mit etwas mehr Mut, nicht sofort wieder so zu tun, als wäre alles in Ordnung.

Du bist hier richtig

Du bist hier richtig, wenn Du gerade den Boden unter den Füßen verloren hast – oder aber noch gar nicht weißt, ob du überhaupt trauerst. Wenn etwas in Deinem Leben zu Ende gegangen ist und Du merkst, dass dieses Ende größer ist, als Du gedacht hast. Wenn Du einen Menschen begleitest, der schwer krank ist, und dabei selbst kaum noch weißt, wohin mit Deiner Angst.

Oder wenn Du ganz bewusst eine zu Ende gehende Lebensphase verabschieden möchtest.

Und wenn Du als Unternehmen, Schule oder Institution lernen möchtest, mit Verlust, Abschied und Veränderung menschlicher und kompetenter umzugehen, bist Du hier genauso richtig, denn genau dafür ist meine Arbeit mit LEBENSNARBEN da.

 

 

P.S. Wenn Dich das gerade berührt und Du vielleicht genau an diesem Punkt stehst: Du musst das alles nicht alleine für Dich lösen.
Mit Lebensnarben kann ich Dich unterstützen – schreib mir gerne.

P.P.S. Wenn Du mehr solchen Input zu Themen wie Verlust, Trauer und Abschied möchtest, dann ist mein Newsletter Pflasterpost“ genau richtig für Dich. Dort schreibe ich regelmäßig immer montags, alle zwei Wochen über Krisen, Verletzlichkeit, Trauer, über leise Verluste, seelische Narben, innere Prozesse und alles Dazwischen. Eben über all das, was tiefer geht und unter der Oberfläche liegt.

Nicht regelmäßig perfekt, aber regelmäßig ehrlich Es geht um Gedanken, die nicht an der Oberfläche bleiben, Perspektiven, die man nicht überall liest und Worte für das, was sonst keinen Namen hat.

Kein Spam. Kein Druck. Nur Dinge, die Dich in Deiner Situation ein bisschen begleiten können.
Trag Dich hier ein und lies gerne mit

 

 

Foto by caleidoskop

Hallo, ich bin Astrid.

Ich bin die, die zuhört. Die fragt. Die mit Dir aushält, was gerade schwer ist, ohne Ratschläge und ohne Urteile.

Trauer und Verluste gehören zum Leben dazu, auch abseits von Tod und Sterben. Ich weiß, wie sehr sie belasten können und wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der Dich ernst nimmt, Deine Gefühle mitträgt und mit Dir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln kann.

Ich kann Dir Deine Trauer nicht abnehmen. Aber ich kann Dir helfen, sie ein kleines Stück leichter tragen zu können. Mit Worten, mit Bildern, mit Impulsen. Damit wieder Raum entsteht in Deinem Leben: Für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude und neues Vertrauen. 💜

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Astrid von Prondzinski

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