Beratung 2

Wenn wir an Trauer denken, denken wir meistens zuerst an den Tod eines geliebten Menschen.
Doch Trauer entsteht in viel mehr Zusammenhängen.

Sie kann durch den Tod eines Menschen ausgelöst werden, aber ebenso durch eine Trennung, eine Krankheit, den Verlust eines Arbeitsplatzes, den Auszug der Kinder, das Ende eines Lebensentwurfs oder den Übergang in eine neue Lebensphase.

Und vor allem passiert Trauer nie isoliert – denn niemand trauert im luftleeren Raum.

Die Inhalte von diesem Blog

  1. Trauer ist immer eingebettet
  2. Trauer ist merh als der Verlust selbst
  3. Was sytemisches Coaching sichtbar macht
  4. Der Raum dazwischen
  5. Trauercoaching beendet keine Trauer
  6. Den eigenen Platz neu finden
  7. Systemisches Trauercoahing ist eine Haltung

 

Trauer ist immer eingebettet

Jede Trauer ist eingebettet in ein Leben. Eingebettet in Beziehungen, in Rollen, in ausgesprochenen oder unausgesprochenen Erwartungen, in Geschichten, in alte Erfahrungen, in innere Bilder davon, wie das Leben eigentlich hätte weitergehen sollen.

Wenn ein Mensch trauert, gerät somit oft ein ganzes inneres und äußeres System in Bewegung. Genau hier setzt systemisches Trauercoaching an. Es fragt nicht nur „Was hast du verloren?,“ sondern vor allem auch „Was verändert dieser Verlust in deinem Leben?“

Trauer ist mehr als der Verlust selbst

Was viele Menschen unterschätzen: Wir trauern nicht nur um das, was weg ist.
Wir trauern auch um das, was hätte sein können. Um die Zukunft, die wir uns vorgestellt hatten. Um die Rolle, die wir in einer Beziehung hatten. Um ein Gefühl von Sicherheit, die plötzlich nicht mehr da ist. Um Zugehörigkeit und um Identität. Oder um eine Version unseres Lebens, die plötzlich nicht mehr möglich ist.

Wenn eine Beziehung endet, verlieren wir nicht nur ein „Wir“. Wir verlieren oft auch gemeinsame Rituale, Zukunftsbilder, soziale Zugehörigkeiten und manchmal sogar einen Teil unseres Selbstbildes.

Wenn ein Job wegfällt, verlieren wir nicht nur Arbeit. Wir verlieren Struktur, Status, Aufgabe, Kontakte und vielleicht auch das Gefühl, gebraucht zu werden.

Wenn wir uns von einem Menschen trennen, verlieren wir nicht nur seine Anwesenheit. Wir verlieren auch die Rolle, die wir in dieser Beziehung hatten. Partnerin oder Partner. Kind oder Mutter. Freundin und Vertraute.

Was systemisches Coaching sichtbar macht

Systemisches Coaching schaut auf diese Zusammenhänge. Es betrachtet den Menschen nicht losgelöst von seiner Umgebung, sondern als Teil eines Beziehungs- und Lebenssystems. Deshalb geht es im systemischen Trauercoaching auch nicht nur darum, Gefühle zu benennen und auszuhalten, auch wenn das natürlich wichtig ist

Aber es geht auch darum zu verstehen, was dieser Verlust im gesamten Leben verändert.
Welche Beziehungen verändern sich? Welche Rollen brechen weg? Welche Erwartungen stehen im Raum? Welche alten Muster werden aktiviert? Welche Entscheidungen werden jetzt notwendig? Welche neuen Wege öffnen sich vielleicht langsam?

Trauer wird so nicht nur als innerer Schmerz betrachtet, sondern als ein Prozess, der das ganze Leben betrifft.

Der Raum dazwischen

Trauer ist nicht nur ein Zurückschauen. Sie ist ein Zustand des Dazwischen. Ein Raum zwischen dem, was war, und dem, was noch nicht ist. Das Alte ist nicht mehr da. Das Neue ist noch nicht greifbar. Und genau dieser Zwischenraum ist für viele Menschen schwer auszuhalten, denn dort gibt es keine schnellen Antworten, keine klare Richtung, keine sichere Identität.

Stattdessen vor allem hauptsächlich Fragen.
Wer bin ich jetzt?
Wie geht mein Leben weiter?
Was bleibt?
Was muss ich verabschieden?
Was darf neu entstehen?

Systemisches Trauercoaching gibt auf diese Fragen keine fertigen Antworten, aber es schafft einen Raum, in dem sie erst einmal überhaupt gestellt werden dürfen.

Fühlen und Weitergehen

Ein häufiges Missverständnis ist, dass Trauer und Veränderung Gegensätze seien nach dem Motto: Entweder ich trauere oder ich schaue nach vorne.

Aber so funktioniert es nicht, denn beides darf nebeneinander existieren. Fühlen und weitergehen. Anerkennen und verändern. Festhalten und neu gestalten. Schmerz und Hoffnung. Vergangenheit und Zukunft.

Systemisches Trauercoaching hilft dabei, diese scheinbaren Gegensätze nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sie miteinander in Beziehung zu bringen.

Trauercoaching beendet keine Trauer

Ein wichtiger Punkt ist mir dabei besonders wichtig: Trauercoaching ist nicht dazu da, Trauer zu beenden, denn Trauer ist kein Problem, das gelöst werden muss und sie bringt keine Symptome mit sich, die möglichst schnell verschwinden sollen. Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Verlust. Sie zeigt, dass etwas oder jemand Bedeutung hatte.

Im Coaching geht es deshalb nicht darum, Trauer wegzumachen, sondern darum, einen guten Umgang mit ihr zu finden. Einen Weg, der zu diesem Menschen, diesem Verlust und dieser Lebenssituation passt.

Den eigenen Platz neu finden

Nach einem Verlust müssen viele Menschen ihren Platz im Leben neu finden und das Schritt für Schritt. Manchmal geht es darum, alte Rollen zu verabschieden. Oder darum, neue Entscheidungen zu treffen. Manchmal darum, Beziehungen neu zu sortieren und darum, sich selbst wiederzufinden. Und manchmal auch einfach darum, auszuhalten, dass man noch nicht weiß, wie das alles gehen soll.

Genau hier kann systemisches Trauercoaching unterstützen. Es hält den Verlust im Blick, aber auch das Leben darum herum. Es thematisiert den Schmerz, aber auch nach Ressourcen. Es würdigt das Alte und ermöglicht einen vorsichtigen Blick auf das, was entstehen darf.

Systemisches Trauercoaching ist eine Haltung

Für mich ist systemisches Trauercoaching deshalb mehr als eine Methode. Es ist eine Haltung. Eine Haltung, die davon ausgeht, dass Menschen nicht isoliert betrachtet werden können. Dass Verluste immer in Lebenszusammenhängen wirken und dass Trauer nicht nur rückwärtsgewandt ist, sondern auch eine Bewegung in Richtung Neuorientierung enthält.

Menschen brauchen Räume, in denen sie sich selbst, ihre Geschichte und ihren nächsten Schritt wieder klarer sehen können.

Hallo, ich bin Astrid.

Ich bin die, die zuhört. Die fragt. Die mit Dir aushält, was gerade schwer ist, ohne Ratschläge und ohne Urteile.

Trauer und Verluste gehören zum Leben dazu, auch abseits von Tod und Sterben. Ich weiß, wie sehr sie belasten können und wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der Dich ernst nimmt, Deine Gefühle mitträgt und mit Dir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln kann.

Ich kann Dir Deine Trauer nicht abnehmen. Aber ich kann Dir helfen, sie ein kleines Stück leichter tragen zu können. Mit Worten, mit Bildern, mit Impulsen. Damit wieder Raum entsteht in Deinem Leben: Für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude und neues Vertrauen. 💜

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Astrid von Prondzinski

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