Therapiesessel

Trauer verändert uns und dafür braucht es Platz und Raum. Früher war dieser Raum selbstverständlicher gegeben, denn da wurde dieser oft durch Großfamilien, Nachbarschaften, Kirchengemeinden und durch gemeinschaftliche Rituale zur Verfügung gestellt. Heute trauern wir in der Regel zurückgezogenener dezenter, leiser und eben auch vereinzelter und auch nicht selten unter dem Druck, möglichst schnell „wieder funktionieren“ zu müssen. Zeiträume wie das beispielsweise früher anerkannte „Trauerjahr haben heute im allgemeinen keine Gültigkeit mehr.

Gleichzeitig ist heutzutage unser Verständnis von Verlust größer geworden. So weiss man in der Trauerforschung inzwischen, dass Trauer nicht nur als Reakton auf den Tod eines geliebten Menschen exisitert, sondern dass auch andere Verluste des Lebens uns Menschen tief erschüttern können:

• Trennung oder Kontaktabbruch
• Unerfüllter Kinderwunsch
• Verlust der Arbeit
• Gesundheitliche Einschränkungen
• Nicht gelebte Lebensentwürfe

Und genau hier wäre es schön, wenn es normal werden würde, dass sich jeder in diesen Situatione die Frage stellt: Komme ich gut alleine durch diese Krise oder brauche ich in irgendeiner Form professionelle Unterstützung?

 

Die Inhalte von diesem Blog

  1. Trauerbegleitung – Dasein und Mittragen
  2. Trauercoaching als bewusste Prozessarbeit
  3. Was Trauercoaching leisten kann – und was nicht
  4. Und was ist nun „besser“?

 

Trauerbegleitung – Dasein und Mittragen

Ehrenamtliche Trauerbegleitung ist ein wertvolles Angebot. Sie basiert auf Mitgefühl, Zuhören und gemeinsamem Aushalten.
In Hospizdiensten, Trauergruppen oder kirchlichen Kontexten bietet sie einen geschützten Raum, in dem Trauernde erzählen dürfen. Ohne irgendein Ziel, ohne Druck und ohne irgendeinen „Arbeitsauftrag“. In dieser Begleitung steht nicht irgendeine angestrebte Veränderung im Vordergrund, sondern vor allem die Beziehung von Mensch zu Mensch. Trauer darf einfach da sein, genauso wie sie ist. Solch eine Trauerbegleitung ist niedrigschwellig angelegt, in der Regel kostenfrei und damit für viele Menschen an dieser Stelle auch genau passend.

Trauercoaching als bewusste Prozessarbeit

Trauercoaching hingegen ist etwas anderes, denn hier entscheidet sich ein Mensch aktiv:„Ich möchte meine Trauer nicht nur durchleben, sondern auch verstehen und ich möchte meinen Weg dabei bewusst gestalten.“

Trauercoaching ist eine professionelle, honorierte Dienstleistung, in der strukturiert mit Methoden und gezielten Fragen gearbeitet wird. Dabei geht es aber nicht darum „Trauer als Störfaktor irgendwie „wegzumachen“, sondern einen Weg zu finden, sie  gesund in das aktuelle Leben zu integrieren. Trauercoaching verbindet dabei emotionale Verarbeitung mit Orientierung, um wieder handlungsfähig zu werden. Das Leitmotov von Trauerbegleitung ist ein „Ich bin an Deiner Seite und bleibe dort.“ Das Trauercoaching fragt zusätzlich: „Und wie willst Du von hier aus weitergehen?“

Beides hat seine Berechtigung. Beides ist wichtig.

Ganz kurz auf den Punkt gebracht, könnte man auch sagen: Trauerbegleitung ist Halt und hält den Schmerz mit aus.
Trauercoaching ist Entwicklung und hilft, den Verlust in das eigene Leben einzuordnen.

Was Trauercoaching leisten kann – und was nicht

Ein professioneller Trauercoach arbeitet fundiert ausgebildet und klar abgegrenzt, denn Trauercoaching ist nicht irgendeine zusätzliche Sonderform von Psychotherapie. Es ersetzt somit auch keine Behandlung bei Depression, Trauma oder anderen psychischen Erkrankungen. Aber es kann eine wichtige Brücke sein: Für Menschen, die nicht krank sind, keine Diagnosen bekommen, aber trotzdem unter ihrem Erleben leiden.

Und was ist nun „besser“?

Trauer ist individuell und genauso individuell darf die Form der Unterstützung sein. Wichtig ist nicht das Etikett, sondern die beste und hilfreichste Passung. Deshalb geht es auch nie darum beide Formate irgendwie als Konkurrenz zu sehen und den Schwerpunkt darauf zu legen, ob Begleitung oder Coaching „richtiger“ ist, sondern in erster Linie geht es immer darum, dass Trauer überhaupt ernst genommen wird und dass Verlust – sichtbar oder unsichtbar – Raum bekommt, damit Menschen damit nicht allein bleiben müssen.

 

Hallo, ich bin Astrid.

Ich bin die, die zuhört. Die fragt. Die mit Dir aushält, was gerade schwer ist, ohne Ratschläge und ohne Urteile.

Trauer und Verluste gehören zum Leben dazu, auch abseits von Tod und Sterben. Ich weiß, wie sehr sie belasten können und wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der Dich ernst nimmt, Deine Gefühle mitträgt und mit Dir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln kann.

Ich kann Dir Deine Trauer nicht abnehmen. Aber ich kann Dir helfen, sie ein kleines Stück leichter tragen zu können. Mit Worten, mit Bildern, mit Impulsen. Damit wieder Raum entsteht in Deinem Leben: Für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude und neues Vertrauen. 💜

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Astrid von Prondzinski

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