Astrid lachend verschränkte Arme

Wenn Menschen zum ersten Mal von meiner Arbeit als  Trauercoach hören, begegnet mir oft eine Mischung aus Unsicherheit und Neugier. “Trauercoaching? Ist das sowas wie Therapie? Oder einfach ein Gespräch?“ „Hast Du auch mit Bestattungen zu tun?“ „Was muss ich denn da alles von mir erzählen“? „Und wozu soll das gut sein?“

Die kurze Antwort lautet: Nein und ja und zu ganz vielem. Aber eben anders, als viele denken. Deshalb möchte ich hier kurz erklären, was Trauercoaching in meiner Definition ist – und was eben auch nicht.

Die Inhalte von diesem Blog

  1. Was Trauercoaching ist
  2. Was heißt das konkret?
  3. Was Trauercoaching nicht ist
  4. Für wen ist Trauercoaching gedacht?
  5. Was Du erwarten darfst
  6. Fazit

Was Trauercoaching ist

Trauercoaching ist ein professionelles Angebot für Menschen, die einen Verlust erlebt haben und entweder noch akut, mitten in der Verarbeitung stecken oder aber auch mit einem länger zurückliegenden Verlust, immer noch oder immer wieder, zu kämpfen haben. Aufgrund eines akuten oder sich in der Vergangenheit langsam entwickelten Leidensdrucks, möchten sich diese Menschen aktiv mit ihrer Trauer auseinandersetzen. Ziel ist es, sie nicht einfach nur (weiterhin) beiseite zu schieben und über alles, was sich in diesem Kontext zeigt, weiter hinweg zu gehen, sondern diese Trauer so in ihren Lebenskontext integrieren zu können, dass sie zwar ein Teil ihrer Geschichte bleibt, sie und ihr Leben aber nicht weiterhin bestimmt.

Das kann beispielweise das Ende einer Beziehung betreffen, einen anderen großen Umbruch im Leben, einen endgültigen Abschied von einem Lebensentwurf, Kontaktabbrüche, aber auch einen akuten Jobverlust. Ein Trauercoach begleitet seine Klientinnen und Klienten dabei mit strukturierten Methoden, gezielten Fragetechniken und ganz individuellen Impulsen, die für den jeweiligen, persönlichen Verarbeitungsweg hilfreich sind. Der Fokus liegt darauf, die persönliche Situation des Trauernden wertschätzend zu analysieren, eventuelle Blockaden zu lösen und neue, hilfreiche Perspektiven zu eröffnen. Dabei geht es nicht nur um die rein emotionale Verarbeitung, sondern auch um ganz praktische und mentale Strategien, mit dem Ziel, sich nach diesem einschneidenden Verlust wieder im eigenen Leben orientieren und Zuversicht empfinden zu können. Das Trauercoaching ist dabei, im Gegensatz zum normalen Alltagleben, ein Raum, in dem der Klient sich so zeigen kann, wie er gerade da ist  – mit allen Gefühlen wie Erschöpfung, Trauer, Wut oder Leere und mit allen Fragen, die sich angesammelt haben und auf die er selbst bisher keine Antwort gefunden hat. Oder aber, die er sich selbst vielleicht auch noch gar nicht gestellt hat – ohne sich diesbezüglich zurückhalten oder irgendeine Art von Sanktionen befürchten zu müssen.

Was heißt das konkret?

Konkret heißt das für Dich: Ein Trauercoaching ist Dein geschützter Rahmen, in dem Du nicht funktionieren musst – aber auch nicht irgendwie therapiert wirst. Denn das tiefe Gefühl der Trauer in Lebenskrisen ist nichts, was im pathologischen Sinn behandelt werden muss, sondern es ist in der Regel eine gesunde und normale Reaktion auf ein Leben, das sich plötzlich ungewollt und existenziell verändert hat. Im Coaching schauen wir deshalb gemeinsam hin: Was tut weh? Was ist noch ungeklärt? Was hält Dich fest? Was genau hast Du da eigentlich für Dich verloren? Welche Stellenwert hatte das für Dich und wozu? Und vor allem: Was brauchst Du, um einen neuen und sicheren Platz für diese Trauer in Deinem Leben zu finden?

Dabei geht es nicht darum, „schnell wieder zu funktionieren“, sondern darum, Dich mit all dem, was zu Dir gehört, liebevoll und wertschätzend zu begleiten, zu stabilisieren und Perspektiven zu entwickeln, die zu Deiner jeweiligen Lebensphase passen. Trauercoaching bietet Dir Orientierung, aber eben nicht im Sinne von: “Mach das – dann wird es besser,” sondern im Sinne von: “Lass uns gemeinsam hinsehen. Lass uns zusammen sortieren und all das benennen, was gerade da ist. Und lass uns gemeinsam herausfinden, was du brauchst und Dir auf Deinem Weg weiterhilft.“

Trauercoaching ist prozessorientiert. Das bedeutet, dass es nicht darum geht, Deine Trauer “wegzumachen,” sondern sie zu verstehen, ihr Raum zu geben und mit ihr weiterzugehen, ohne dass sie Dein Leben dauerhaft bestimmt. Trauercoaching darf dabei auch leicht sein. Wir arbeiten mit Gesprächen, kleinen Ritualen, Symbolen, Schreibimpulsen, Körperwahrnehmung und das immer in Deinem Tempo und auf Grundlage Deiner ganz persönlichen Bedürfnisse. Es darf leise, laut, ehrlich und auch mal humorvoll sein.

Was Trauercoaching nicht ist

Keine Therapie. Ich stelle keine Diagnosen und ich behandle keine Traumafolgestörungen. Trauercoaching ersetzt keine medizinische oder psychologische Behandlung. Wenn jemand schwer depressiv ist, suizidale Gedanken hat oder traumatische Erfahrungen aufarbeiten muss, braucht es therapeutische Unterstützung. Punkt. Wenn ich merke, dass therapeutische Hilfe notwendig ist, empfehle ich sie weiter – aus Respekt vor der Kompetenz, die es an dieser Stelle braucht.

Keine Lösungsschmiede. Trauercoaching ist auch kein Ratgeberprogramm mit festen, vorgegebenen Schritten oder schnellen Lösungen. Jeder Mensch trauert anders und genau das wird im Coaching respektiert. Ich sage Dir also nicht in irgendeiner Form, wie Du “richtig” trauerst und ich habe auch keine 5-Schritte-Anleitung. Deine Trauer hat ihre eigene Sprache – ich helfe Dir nur, sie zu hören.

Kein Bewertungstool. Egal, wie lange Dein Verlust zurückliegt. Egal, ob Du weinst oder nicht. Egal, ob Du alles schon in fertige Worte packen kannst oder nicht. Egal ob Du über einen Menschen, einen Lebensentwurf oder einen inneren Bruch trauerst: Dein Erleben ist gültig und das Einzige, was zählt.

Für wen ist Trauercoaching gedacht?

• Für Menschen, die einen Verlust erlebt haben – ob sichtbar oder unsichtbar
• Für Angehörige, die selbst belastet sind und einen Raum brauchen
• Für Menschen in Umbruchphasen, in denen nichts mehr sicher scheint
• Für alle, die nur noch funktionieren ohne zu fühlen, weil sie innerlich zu sehr zu kämpfen haben
• Für alle, die sich mit ihrer Trauer allein fühlen
• Für die Menschen, die sich nicht gehört oder verstanden fühlen
• Für allen, die das Gefühl haben, in ihrer Umgebung nicht über das sprechen zu können, was sie wirklich bewegt
• Für diejenigen, die neue Kraftquellen entdecken wollen, ohne ihre Geschichte zu verdrängen
• Für die Menschen, die einen bewussten Umgang mit Verlust suchen

Was du erwarten darfst:

• Einen sicheren Raum ohne Bewertung
• Jemanden, der zuhört und mit Dir sortiert, was gerade schwer ist
• Impulse, die Dir helfen, Dich selbst besser zu verstehen
• Begleitung auf Augenhöhe
• Neue Perspektiven auf Deine Situation
• Entlastung von kreisenden Gedanken
• Möglichkeiten für einen neuen, liebevollen und wertschätzenden Blick auf Deine Geschichte

Und vor allem: Zeit, Raum und das Verständnis, dass Trauer kein Fehler im System, sondern ein Ausdruck von Wichtigkeit, Bedeutung und Liebe ist.

Trauercoaching ist kein Rezept. Aber es ist eine wohltuende, hilfreiche und heilsame Möglichkeit, mit einem neuen Blick auf Dein Leben, Deine Narben und Dich selbst, mit Deinem Verlust und nicht nur trotz dessen, gestärkt weitergehen zu können.

 

 

Foto: by

instagram.com/caleidoskop

 

Hallo, ich bin Astrid.

Ich bin die, die zuhört. Die fragt. Die mit Dir aushält, was gerade schwer ist, ohne Ratschläge und ohne Urteile.

Trauer und Verluste gehören zum Leben dazu, auch abseits von Tod und Sterben. Ich weiß, wie sehr sie belasten können und wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der Dich ernst nimmt, Deine Gefühle mitträgt und mit Dir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln kann.

Ich kann Dir Deine Trauer nicht abnehmen. Aber ich kann Dir helfen, sie ein kleines Stück leichter tragen zu können. Mit Worten, mit Bildern, mit Impulsen. Damit wieder Raum entsteht in Deinem Leben: Für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude und neues Vertrauen. 💜

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Astrid von Prondzinski

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