Astrid und Kaffetasse

Oft kündigen sich Lebenskrisen durch ein langsames Anhäufen von vielen innerlichen Ausnahmezuständen an.
Äußerlich funktioniert zwar noch alles, aber innerlich ist alle gefühlt dabei zusammenzubrechen.

Manchmal aber verändert sich das Leben auch einfach von einem Moment auf den anderen. Ein plötzliches Ereignis, was über das eigenen Leben hereinbricht, eine Nachricht, die wir erhalten oder sonst ein Einschnitt in unserem stabilen Alltag – und plötzlich ist nichts mehr so, wie es vorher war. Die Folge ist innerliches Chaos und das Gefühl: „Ich kann nicht mehr. Damit komme ich nicht mehr klar. Wie soll es jetzt weitergehen? “

In manchen Fällen gelingt es, sich mit Unterstützung aus dem Freundes- oder Familienkreis langsam wieder zu stabilisieren. Ein funktionierendes, soziales Netzwerk kann in diesem Zusammenhang großartiges leisten. Doch nicht immer ist diese Unterstützung vorhanden. Und selbst wenn sie da ist, will man es vielleicht damit nicht belasten, weil zu viel andere Gefühle mit belastet werden können. Und oft reicht es auch schlichtweg nicht aus, um das innere Durcheinander wirklich zu sortieren.
In diesen Fällen entsteht eine zusätzliche Belastung: Das Gefühl, mit all dem allein zu sein.

Die Inhalte von diesem Blog

1. Wenn Vertrautes seinen Halt verliert
2. Zwischen Zusammenbruch und Neuordnung
3. Krisen folgen keinem Zeitplan
4. Lebenskrisen hinterlassen Spuren
5. Warum frühe Begleitung entlastend sein kann
6. Integration statt „wieder wie vorher werden“
7. Begleitung statt Durchhalten

Wenn Vertrautes seinen Halt verliert

Eine Lebenskrise entsteht selten aus dem Nichts. Oft ist sie die Folge von Veränderungen, Verlusten oder Überforderungen, die sich über längere Zeit aufgebaut haben. Eine Trennung, eine Erkrankung oder der Verlust des Arbeitsplatzes kann dabei ein klarer Auslöser sein, aber manchmal ist es auch einfach nur eine schleichende Erschöpfung, ein irgendwie inneres Gefühl von innerlichem leer sein, das sich nicht mehr übergehen lässt. Was dabei all diese Situationen verbindet: Man spürt, dass das bisherige Lebenskonzept nicht mehr trägt, innere Sicherheit verloren gegangen ist und das Gefühl von Zuversicht sich nicht mehr einstellen mag.

Viele Menschen schämen sich für diese persönlichen Krisen. Sie glauben, sie müssten stärker sein, dankbarer für das, was ja stattdessen noch alles da ist, einfach insgesamt belastbarer. Gerade Menschen, die von sich selbst gewohnt sind, immer alles „zu rocken“ im Leben, im Job, in den vielen Beziehungen im Außen, tun sich schwer, einzugestehen, dass sie nicht mehr können.
Sie tun sich schwer, dass zu akzeptieren, worauf Lebenskrisen ein Hinweis sind: Dass etwas Wesentliches nicht mehr stimmig ist. Dass die bisherigen gut trainierten, ständigen Anpassungsstrategien an ihre Grenzen gekommen sind.

Zwischen Zusammenbruch und Neuordnung

Eine Lebenskrise fühlt sich dabei oft an wie ein einziger Stillstand. Alles scheint sinnlos, nichts ist mehr wirklich bedeutsam, Entscheidungen fallen schwer, Energie fehlt und der Blick nach vorn ist irgendwie komplett vernebelt.

Dieser Zustand ist schwer auszuhalten. Und er kostet sehr viel Kraft. Aber trotz allem hat er auch einen wichtigen Sinn, denn er markiert den Übergang zwischen einem alten Leben, das nicht mehr passt, und einem neuen, das noch keine Form gefunden hat. Nur den Weg von einem zum anderen zu erkennen und zu gehen ist eine große, persönliche Herausforderung. Es ist ein sehr persönlicher Trauer- und Abschiedsprozess. Das Entscheidende dabei ist, dass in dieser Zwischenzeit die Menschen vor allem Halt brauchen und definitiv keinen Druck.

Krisen folgen keinem Zeitplan

Lebenskrisen erschüttern grundlegende Sicherheiten: Das Vertrauen in den eigenen Weg, in die existierenden Beziehungen um einen herum und in den Sinn des Ganzen. Die Fragen, die auftauchen gehen in die Richtung von „Was ist mit mir los?“ „Warum fällt mir das alles so schwer, andere bekommen es doch auch hin?“ „Wann hört das alles auf?

Wie lange eine Lebenskrise und das Finden von Antworten auf diese Fragen für jemanden persönlich dauert, lässt sich nicht festlegen. Krisen und Trauer verlaufen nicht linear und sie lassen sich auch nicht beschleunigen. Wer also als einziges Ziel während der Bewältigung einer Krise versucht, möglichst schnell wieder „normal“ zu werden, riskiert, dass die Krise sich stattdessen sogar verfestigt. Aber dort, wo Raum entsteht, für Trauer über das, was nicht mehr ist und für vorsichtige Schritte in eine neue Richtung, kann langsam eine gesunde Integration stattfinden.

Lebenskrisen hinterlassen Narben

Denn auch dann, wenn eine Krise überstanden ist, bleibt sie Teil der eigenen Geschichte. Sie hinterlässt Lebensnarben. Aber eben nicht im Sinne eines Makels, sondern als ein Zeichen gelebten Lebens. Manche Menschen entdecken im Rückblick mehr Klarheit, andere mehr Mitgefühl oder eine neue Prioritätensetzung. So wäre es ein blöder Kalenderspruch zu sagen, dass jede Krise stärker macht, aber die allermeisten liefern wichtige individuelle Erkenntnisse, an denen wir reifen und ehrlicher auf unser Leben blicken.

Warum frühe Begleitung entlastend sein kann

Gerade in Krisenzeiten braucht es deshalb häufig sicherlich gar keine langfristige Therapie, sondern vielmehr eine frühzeitige, begrenzte Begleitung, die zunächst Sicherheit bietet. Einen Ort, an dem Gedanken sortiert werden dürfen, Gefühle ausgesprochen und Zusammenhänge verstanden werden können. Ein Raum, in dem nicht sofort Lösungen gefunden werden müssen, sondern in dem das, was innerlich durcheinandergeraten ist, erst einmal langsam wieder Form annehmen darf.

Manchmal werden in solchen Krisen auch ältere Erfahrungen berührt – Dinge, von denen man dachte, sie seien längst abgeschlossen. Auch hier braucht es kein Wegdrücken und drüber hinweg gehen, sondern ein behutsames Hinschauen, damit diese Erfahrungen integriert werden können, statt im Hintergrund weiter zu wirken.

Integration statt „wieder wie vorher werden“

Ziel dieses Prozesses ist es deshalb auch nicht, dass alles wieder wird wie vorher, sondern dass jemand irgendwann sagen kann: Ja, das war Teil meines Lebens. Es gehört zu mir. Aber es bestimmt mich und mein Leben heute nicht mehr.
Genau darin liegt die Chance von Lebenskrisen, eben nicht im schnellen Weitergehen, sondern in der Möglichkeit, das Erlebte so in die eigene Geschichte einzuweben, dass wirklich wieder ein tragfähiger Boden unter den Füßen entsteht.

In meiner Arbeit begleite ich Menschen genau in diesen Übergangsphasen. Mein Ziel dabei ist es nie, sie möglichst schnell wieder funktionsfähig zu machen, sondern es geht vor allem um ein bewusstes gemeinsames Hinschauen und Hinterfragen dessen, was da gerade passiert ist: Was ist zu Ende gegangen? Was braucht Würdigung? Was darf sich neu ordnen?

Menschen stehen in dieser Phase an einem Übergang und dieser muss nicht einfach nur schnellst möglich hinter sich gebracht werden, sondern dieser sollte bewusst gestaltet werden – und das schafft man eben nicht immer ganz allein.
Genau dafür gibt es die Arbeit mit mir bei LEBENSNARBN. Denn den Weg musst Du für Dich gehen, das ist wichtig, aber Du kannst Dich dabei liebevoll, pragmatisch und hilfreich begleiten lassen.

 

Wenn Du mehr von solchen Gedanken lesen möchtest: Hier geht es zu meinen weiteren Blogartikeln

 

Foto: by

instagram.com/caleidoskop

 

Hallo, ich bin Astrid.

Ich bin die, die zuhört. Die fragt. Die mit Dir aushält, was gerade schwer ist, ohne Ratschläge und ohne Urteile.

Trauer und Verluste gehören zum Leben dazu, auch abseits von Tod und Sterben. Ich weiß, wie sehr sie belasten können und wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der Dich ernst nimmt, Deine Gefühle mitträgt und mit Dir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln kann.

Ich kann Dir Deine Trauer nicht abnehmen. Aber ich kann Dir helfen, sie ein kleines Stück leichter tragen zu können. Mit Worten, mit Bildern, mit Impulsen. Damit wieder Raum entsteht in Deinem Leben: Für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude und neues Vertrauen. 💜

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Astrid von Prondzinski

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