
Normalerweise würde ich über Themen wie spirituelle Jahresenergien oder chinesische Energiekalender sicherlich nichts schreiben. Das ist keine Welt, in der ich mich auskenne und in der ich mich wirklich zu Hause fühle. Aber da dieses Thema gerade überall sehr präsent ist, habe ich mich doch ein wenig damit beschäftigt und dabei festgestellt, dass es vielleicht auch hier weniger um Glauben oder Spiritualität, sondern um die universellen Erfahrungen von Abschied, Veränderung und Neubeginn geht und meine Arbeit bei Lebensnarben doch eine ganze Menge mit dem heutigen Beginn vom Jahr des Feuerpferdes zu tun hat.
Ein Ereignis, das wohl nur alle 60 Jahre wiederkehrt und mit großer Energie, Bewegung und tiefgreifender Veränderung in Verbindung gebracht wird. Mit Aufbruch, Mut und dem Ruf, Altes hinter sich zu lassen. Und in einer Welt, die gerade offensichtlich nur in Unruhe ist, klingt das ja zunächst einmal sehr verheißungsvoll. Fast ein bisschen wie ein Versprechen „Jetzt beginnt etwas Neues“. Doch jede Medaille hat ja immer zwei Seiten und so wissen wir gleichzeitig: Veränderung ist leider nie nur Aufbruch.
Die Inhalte von diesem Blog
- Lebensnarben verändern den Blick auf Bewegung
- Wenn Leichigkeit nicht mehr naiv ist
- Das Feuerpferd durch die Brille von Lebensnarben
- Lebensnarben als innerer Kompass
- Bewusst in Bewegung kommen
Lebensnarben verändern den Blick auf Bewegung
Ich bin mit Pferden groß geworden. In meiner Jugend bin ich viel geritten, hatte jahrelang ein Pflegepferd. Meine Eltern konnten mich oft nur unter Protest aus dem Stall holen. In jedem Urlaub wurde zuerst nach einem Reitstall gesucht. Viele Jahre später hat meine Tochter das fortgeführt. Auch sie wollte die Nähe zu diesen tollen Tieren, dieses Gefühl von Kraft und Freiheit beim Reiten für viele Jahre nicht missen. Was sich bei mir diesbezüglich allerdings schon verändert hatte, war nicht die Faszination, sondern eher die Art und Weise, wie ich ihr begegne, denn mit Erfahrung wächst ja bekanntlich auch Bewusstsein. Und mit dem Bewusstsein verschwindet leider auch immer ein Teil der Unbeschwertheit.
Wenn Leichtigkeit nicht mehr naiv ist
Mir ist heute viel mehr bewusst als früher, was Pferde wirklich sind, nämlich sehr große, starke und kraftvolle Fluchttiere, die nur begrenzt durch uns Menschen kontrollierbar sind. Ich weiß um Unfälle, um Risiken und um die Momente, in denen es echt brenzlig werden kann – das ist einfach Realität, die es gilt es im Blick zu behalten. Diese Erfahrung und dieser andere Blick darauf nimmt nichts von der Bedeutung, die Pferde für mich haben, aber sie verändern den Umgang damit. Und genau das tun Lebensnarben auch. Sie nehmen dem Leben nicht seine Lebendigkeit, aber sie verändern, wie wir uns darauf einlassen.
Das Feuerpferd durch die Brille von Lebensnarben
Übertragen auf das kommende Jahr fühlt sich das Feuerpferd für mich deshalb auch nicht wie ein reines Aufbruchssymbol an, sondern, wenn man sich denn darauf einlassen möchte, mehr wie eine Kraft, die vor allem ernst genommen werden will. Denn Transformation bedeutet ja nicht nur Neubeginn, Mut und ohne Ende Energie, sondern auch Abschied, Verlust, das Ende von Sicherheiten und das Loslassen von Bildern, die uns lange getragen haben. Wer bereits einige „Lebensnarben“ mit sich trägt, weiß das, und zwar nicht nur theoretisch, sondern ganz konkret durch körperliche und emotionale Erfahrungen.
Lebensnarben als innerer Kompass
Dennoch sind Lebensnarben nicht nur irgend ein störender Ballast, sondern sie sind bei allem Schmerz auch unglaublich wertvolles Wissen. Sie erinnern uns immer wieder daran, dass Veränderung nicht nur Chancen eröffnet, sondern immer auch etwas kostet. Und dass es sinnvoll ist, sich damit wirklich auseinanderzusetzen, bevor man zur nächsten Aktion losläuft.
Auch einem Pferd mit viel Energie kommt man, im übertragenen Sinn, nicht gut mit irgendeiner Form von Zwang bei, sondern es braucht Beziehung, Führung und Raum. Und genauso ist es auch mit Zeiten des Umbruchs. Wer versucht, Veränderung zu beschleunigen, ohne die eigenen Abschiede mitzunehmen und zu würdigen, läuft Gefahr, innerlich überrannt zu werden. Lebensnarben machen uns dafür sensibel.
Bewusst in Bewegung kommen
Vielleicht geht es im Jahr des Feuerpferdes deshalb auch nicht darum, sich alte Leichtigkeit zurück zu wünschen und zu versuchen diese krampfhaft zurückholen zu wollen. Sondern vielleicht müssen wir eine andere Form von Vertrauen entwickeln in die Dynamik, die jetzt auf uns zukommt – eines, was die gemachten Erfahrungen mit einschließt.
Lebensnarben erinnern uns daran, dass Wachstum nicht nur entsteht, wenn wir nach vorne schauen, sondern vor allem dann, wenn wir würdigen, was uns geprägt hat. Und vielleicht ist genau das die Qualität, die dieses Jahr braucht und ausmacht.
Ich begleite bei Lebensnarben Menschen in genau diesen Zeiten von Verlust, Abschied und Veränderung – und gerne auch Dich.





