
Ein gebrochenes Herz nach einem einschneidenden Verlust tut nicht nur „irgendwie“ weh.
Es kann einem den Schlaf rauben und den Boden unter den Füßen wegziehen. Den Körper erschöpfen und die Gedanken endlos kreisen lassen. Manchmal fühlt es sich schlichtweg an, als würde man körperlich völlig zerbrechen und irgendwie komplett untergehen. Und dann taucht vielleicht die Frage auf: Wer kann mir jetzt wirklich helfen? Ein Arzt? Eine Therapeutin? Ein Coach?
Die ehrliche Antwort darauf lautet: Es kommt darauf an. Nämlich darauf, was Du gerade brauchst.
Die Inhalte von diesem Blog
- Der Körper schlägt Alarm: Der Arzt
- Alte Wunden und fehlende Handlungsfähigkeit: Die Therapie
- Gedankenkaruselle, Gefühlswellen und Begleitung im Prozess des Neusortierens: Das Coaching
- Was Dir im Coaching wirklich hilft
- Ein gebrochenes Herz braucht vor allem eines: Beziehung
Wenn Dein Körper Alarm schlägt: Der Arzt
Ein gebrochenes Herz ist nicht nur emotional. Es ist auch körperlich spürbar, in Form von beispielsweise Brustschmerzen, Herzrasen, Atemnot, Schwindel und massiver Erschöpfung.
Sollte das der Fall sein, gilt ganz klar: Körperliche Symptome gehören in jedem Fall medizinisch abgeklärt. Dein Körper gehört ernst genommen – und das hat nichts mit vermeintlich eingebildeten Symptomen zu tun, denn ein Arzt kann prüfen: Ist organisch alles in Ordnung? Gibt es behandlungsbedürftige, körperliche Ursachen? Oder braucht Dein Nervensystem kurzfristig, medikamentöse Unterstützung? Diese Abklärung schafft erst einmal Sicherheit – und Sicherheit ist in einer akuten Krise unglaublich wichtig.
Alte Wunden und fehlende Handlungsfähigkeit: Die Therapie
Manchmal reißt ein Verlust nicht nur die aktuelle Wunde auf, sondern aktiviert auch wieder alte Verletzungen. Frühere Verluste und unschöne Bindungserfahrungen, unverarbeitete Traumata, depressive Episoden oder Angststörungen.
Wenn Du also beispielsweise merkst:
• Du verlierst über Wochen oder Monate jede Freude am Leben
• Du kommst morgens kaum noch aus dem Bett und bekommst den Alltag und sein Aufgaben überhaupt nicht mehr geregelt
• Du hast starke Schuld- oder Wertlosigkeitsgefühle
• Du fühlst Dich dauerhaft hoffnungslos, egal was in Deinem Leben passiert
• Du hast Gedanken, Dir etwas anzutun
dann ist Psychotherapie der einzig richtige und wichtige Schritt. Denn Therapeuten und Therapeutinnen arbeiten diagnostisch, klinisch fundiert und in der Regel langfristig. Psychische Erkrankungen zu behandeln gehört zu ihrem Tagesgeschäft und sind nichts, wofür man sich schämen muss.
Gedankenkarusselle, Gefühlswellen und Begleitung im Prozess des Neusortieren: Das Coaching
Coaching ist hingegen für Menschen, die sagen: „Ich bin definitiv nicht krank, aber ich merke, ich bin zutiefst erschüttert und komme mit all dem gerade alleine einfach nicht mehr wirklich klar“. Diese Menschen funktionieren zwar irgendwie, sie gehen arbeiten und sie kümmern sich nach wie vor um alles und jeden, doch innerlich ist bei ihnen gefühlt alles durcheinander und im Ausnahmezustand.
Und hier beginnt mein Raum. Als systemischer Trauercoach arbeite ich nicht therapeutisch im klinischen Sinn und darf das auch gar nicht. Das bedeutet, ich stelle keine Diagnosen und behandle auch keine psychischen Erkrankungen.
Was ich tue, ist etwas anderes: Ich begleite die Menschen bewusst durch ihren Prozess der Trauer und des Verlustes und schaffe mit ihnen zusammen Perspektiven für ein Leben danach.
Was Dir im Coaching wirklich hilft
1. Orientierung im Chaos
Trauer fühlt sich oft an wie der totale Kontrollverlust. Was ich in meinem Coaching tun kann, ist mit Dir zusammen anhand Deiner Geschichte zu klären, was gerade in Deinem Nervensystem passiert, warum Deine Gefühle schwanken und Dich in Wellen überfluten, warum Dein Körper reagiert und warum Du vielleicht auch manchmal komplett widersprüchlich empfindest. Mit dem klaren Ziel für Dich: Verstehen und einordnen können, was genau gerade los ist.
2. Einen Raum, in dem Du nicht „zu viel“ bist oder irgendwie störst
Im Alltag und in ihrem gewohnten Umfeld halten sich viele Menschen, was das Offenbaren ihrer Gefühslwelt betrifft, zurück. Sie wollen niemanden belasten, nicht schon wieder von ihrem, sie ständig umtreibenden Thema anfangen, einfach nicht irgendwie in dem ganzen Mist „steckenbleiben“. In der Begleitung und im Coaching aber, kannst Du darüber sprechen und zwar so oft und so viel, wie Du willst und so lange Du es brauchst. Frei von Bewertung oder irgendwelchen drohenden Konsequenzen.
3. Konkrete Werkzeuge
Dabei ist Coaching aber nicht nur Reden. Es arbeitet mit:
• Körperübungen zur Regulation Deines Nervensystems
• systemischen Perspektivwechseln
• Ritualen
• strukturierten Reflexionsfragen
• Strategien für schwierige Alltagssituationen
• Kreativen Verarbeitungsmethoden
Du bekommst etwas an die Hand. Etwas, das Du selbst anwenden kannst.
4. Entlastung
Viele meiner Klienten sagen irgendwann: „Es tut so gut, dass jemand die Dinge einfach mal auf den Punkt bringt und mir zeigt, wo es lang gehen kann“. Aber dies eben nicht bevormundend oder besserwissend, sondern unterstützend, strukturierend und Dir Orientierung gebend. Du musst das alles nicht allein sortieren.
Was ist nun „richtig“?
Es gibt somit kein Entweder-oder. Manchmal braucht es das Eine oder das Andere, bzw. manchmal kann auch beides richtig sein:
• Arzt und Coaching.
• Therapie und Coaching.
• Oder eben zunächst nur ein geschützter Gesprächsraum.
Die entscheidende Frage ist:
Geht es um eine behandlungsbedürftige, psychische Erkrankung? Oder geht es um einen tiefen, schmerzhaften – aber gesunden – Trauerprozess? Denn Trauer ist keine Krankheit. Sie ist einfach eine zutiefst menschliche und natürliche Reaktion auf Verlust.
Und deshalb darf sie begleitet werden, ohne pathologisiert zu werden.
Ein gebrochenes Herz braucht vor allem eines: Beziehung
Eine gesunde Linderung Deines Schmerzes passiert sicherlich nicht durch irgendweilche Tipps und ganz sicher auch nicht durch Tabletten allein. Und schon gar nicht durch irgendwelche klugen Analysen und Ratschläge. Eine gesunde Integration Deiner ganz persönlichen Verlusterlebnisse in Dein Leben passiert vor allem in Beziehung. In einem Raum, in dem Du Dich sicher fühlst, in dem Dein Schmerz Platz hat und in dem Du Dich nicht erklären, zurücknehmen oder entschuldigen musst.
Wenn Du unsicher bist, was Du gerade brauchst, dann darfst Du Dich fragen:
• Brauche ich medizinische Sicherheit?
• Brauche ich therapeutische Behandlung?
• Oder brauche ich einen klaren, zugewandten Rahmen für meinen Trauerweg?
Und wenn Du spürst: „Ich möchte von jemanden begleitet werden, damit ich das alles besser verarbeiten kann, ohne dass ich mich dabei irgendwie krank oder „gestört“ fühlen muss“ – dann kann Coaching genau das Richtige für Dich sein.
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