Valentines Day

„Du bist mein Zuhause“ – gerade ist wieder überall das zu sehen, zu lesen und zu kaufen, was das kommende Wochenende für viele Menschen emotional sehr schwer machen kann: Herzchen, Rosen, Kuscheltiere und Karten mit romatischen Sprüchen.

Samstag ist Valentinstag, der Tag der langjährigen Paare und frisch Verliebten.

Daten von Statista zufolge, machen in Deutschland immerhin zwei Drittel der Befragten am Valentinstag nahestehenden Menschen ein Geschenk. Die besonders beliebten Klassiker sind Blumen, Ausflüge und Einladungen zum Essen. Für die, die darin investieren, ein sehr einträgliches Geschäft und für die, die es mögen, ein sehr willkommenes Ritual – jedes Jahr auf´s Neue.

Ganz allgemein ist es ja schlicht ein Tag einer schönen Botschaft, denn an diesem Tag wird ganz generell die Liebe zwischen zwei Menschen gefeiert und all das, was sie ausmacht: Nähe, Zugehörigkeit und Verbundenheit. Doch während sich der Blick dabei meist auf Partnerschaften richtet, gerät dabei etwas anderes oft völlig aus dem Fokus: Die Liebe, die in Freundschaften exisitert und die manchmal intensiver sein kann, als manche Partnerbeziehung. Und damit auch die Trauer, die Einzug hält, wenn diese Freundschaften zerbrechen.  Dabei kann diese mindestens genauso schmerzen wie die Trauer beim Ende einer Partnerschaft. Manchmal sogar mehr, denn Freundschaften existieren oft noch länger und völlig freiwillig, jenseits von irgendwelchen Rollen und Verpflichtungen. Sie sind gewählte Nähe, geteilte Geschichte und sehr oft gemeinsam getragene Lebensphasen.

Die Inhalte von diesem Blog

  1. Eine Trauer ohne offiziellen Platz
  2. Wenn der Valentinstag alte Wunden berührt
  3. Galentine`s Day – mehr als ein netter Trend
  4. Die Trauer, die keinen Namen hat

Wenn eine Freundschaft endet – durch Streit, Kontaktabbruch, innere Entfremdung oder äußere Umstände – geht für denjenigen, den es betrifft nicht nur ein Mensch verloren, sondern oft auch ein Stück Identität, ein sicherer, vertrauter Ort, ein Teil des eigenen Alltags und jemand, der Zeugin oder Zeuge des eigenen Lebens war. Doch trotz dieser großen Bedeutung für jeden Betroffenen, hat diese Form von Verlust kaum eine Lobby.

Eine Trauer ohne offiziellen Platz

Während Trennungen oder Scheidungen, so schmerzhaft und einschneidend sie natürlich sind, zumindest gesellschaftlich benennbar sind, bleibt der Schmerz über verlorene Freundschaften so gut wie unsichtbar. Es gibt keinerlei Rituale, keine Beileidsbekundungen, noch nicht einmal eine klare Sprache mit der wir mit unserem Umfeld unseren Verlust teilen könnten. Stattdessen fallen eher Sätze wie: „Dann war es eben keine echte Freundschaft.“ „Such Dir einfach neue Leute.“ „Die ist es doch nicht wert“ usw. Und so wird diese Trauer häufig klein gemacht – sogar von denjenigen selbst, die sie erleben, denn auch wir selbst sind schnell dabei, uns einzureden, dass das halt der Lauf des Lebens ist, das Dinge halt passieren und dass das ja alles genrell nicht so wichtig ist.

Wenn Valentinstag alte Wunden berührt

Der Fokus auf solche Ereignisse wie das Begehen des Valentinstages kann diese Trauer verstärken. Nicht nur, weil er die romantische Liebe in den Mittelpunkt stellt, sondern vor allem weil dieser die Nähe zu einem anderen Menschen feiert. Und Nähe findet halt nicht nur in einer Partnerschaft statt, sondern eben auch da, wo  zwei Menschen eine tiefe Freundschaft verbindet. Freundschaften sind für viele Menschen das emotionale Rückgrat ihres Lebens. Wenn dieses Rückgrat dann bricht, geht etwas ganz Wesentliches und Halt gebendes verloren.

Galentine’s Day – mehr als ein netter Trend

Genau hier bekommt der Galentine’s Day Bedeutung. Er wird jedes Jahr am 13. Februar gefeiert, also heute, einen Tag vor dem Valentinstag. Entstanden ist er aus der Serie „Parks and Recreationals“ in der die Figur Leslie Knope vorschlug, diesen Tag den Freundinnen im Leben zu widmen.

Was als Serienmoment begann, hatte damals wie heute einen wichtigen Kern: Freundschaft als eine eigenständige Liebesform.

Dabei ist der Galentine’s Day aber  kein verkappter Valentinstag für Singles. Und auch kein Trostpreis für Menschen ohne Partnerschaft, sondern er ist eine Erinnerung daran, dass Freundschaften unser Leben tragen und dass ihr Verlust deshalb auch genauso betrauert werden darf.

Die Trauer, die keinen Namen hat

Wenn Partnerschaften oder Freundschaften zerbrechen, bleibt oft viel Ungesagtes zurück. Sicherlich viel schlechtes, aufgrund von Verletzungen, Enttäuschungen, nicht erfüllten Erwartungen und Sehnsüchten, aber manchmal eben auch schönes, wie beispielsweise Dankbarkeit. All dies findet in der Regel jedoch keinen Ausdruck mehr, kennt kein heilsames Ritual. Wir bleiben mit der Tatsache, uns der schweren Aufgabe zu stellen, akzeptieren zu müssen, dass nicht jede Verbindung mitwächst, allein. Wir müssen in der Regel allein lernen, anzuerkennen, dass sich nicht alles klären und nicht jede Verbindung sich reparieren lässt. Das ist schmerzhaft und bedeutet oftmals tiefe Trauerprozesse. Und genau deshalb haben auch diese „Trauerfälle“ eine entsprechende Würdigung verdient.

Dabei heisst Trauer in diesem Zusammenhang nicht, an etwas festzuhalten, was nicht mehr zu halten ist, sondern es bedutet, etwas ernst zu nehmen, dass etwas wichtig war und eine große Bedeutung hatte, auch wenn das Umfeld das vielleicht nicht immer verstehen kann oder will.

Insofern geht es an diesem Wochenende – zwischen Valentinstag und Galentine’s Day – nicht darum irgendwie Liebe zu vergleichen, sondern darum, sie in ihren unterschiedlichen Formen anzuerkennen und zu würdigen. Und Deine Gefühle in diesem Zusammenhang auch, was auch immer sie Dich fühlen lassen.

Hallo, ich bin Astrid.

Ich bin die, die zuhört. Die fragt. Die mit Dir aushält, was gerade schwer ist, ohne Ratschläge und ohne Urteile.

Trauer und Verluste gehören zum Leben dazu, auch abseits von Tod und Sterben. Ich weiß, wie sehr sie belasten können und wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der Dich ernst nimmt, Deine Gefühle mitträgt und mit Dir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln kann.

Ich kann Dir Deine Trauer nicht abnehmen. Aber ich kann Dir helfen, sie ein kleines Stück leichter tragen zu können. Mit Worten, mit Bildern, mit Impulsen. Damit wieder Raum entsteht in Deinem Leben: Für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude und neues Vertrauen. 💜

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Astrid von Prondzinski

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