AvP schreibend

Ab heute, Mittwoch den 11.02.26 hat Judith Peters zur Blockdekade eingeladen – und ich habe mich tatsächlich dazu entschlossen diese Einladung anzunehmen. Zehn Tage, zehn Blogartikel. Ein Format, das auf Sichtbarkeit, Regelmäßigkeit und Dranbleiben abzielt. Sichtbarkeit für mein Herzensthema, was sonst so wenig Platz hat: Trauer bei unsichtbaren Verlusten

Aber ich gebe ehrlich zu: Ich habe keine Ahnung, inwieweit ich das gut umsetzen kann, denn ich bin noch neu in der Bloggerwelt, generell neu in diesen Onlineformaten, aber tatsächlich auch neu darin, meine Gedanken un Erfahrunge so öffentlich und vielfältig zu teilen. Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – fühlt es sich überraschend richtig an.

Die Inhalte von diesem Blog

  1. Endlich Raum für Tiefe
  2. Warum mir dieses Thema so wichtig ist
  3. Warum ich mich auf dieses Experiment einlasse
  4. Warum ich heute in diesem Bereich selbstständig arbeite

Endlich Raum für Tiefe

Was mich an diesem Format besonders reizt, ist nicht die Idee von Reichweite oder Sichtbarkeit an sich, sondern tatsächlich etwas anderes und zwar die mögliche Tiefe. Denn in Gesprächen, die ich führe, in meiner Arbeit und vor allem in meinem Kopf, trage ich dieses Thema, rund um nicht sichtbare, nicht anerkannte Verluste ständig schon seit Jahren mit mir herum. Verluste, für die es oft keine Worte gibt. Keinen wirklich klaren gesellschaftlichen Platz, keinen „Friedhof“, keine Beileidskarten und oft noch nicht einmal die Erlaubnis, sie wirklich ernst zu nehmen. Denn im Alltag bleibt dafür einfach selten Raum, schließlich müssen alle funktionieren, weitermachen, Entscheidungen treffen, To-Do Listen erledigen und all das andere, was noch etwas von einem will.

Aber Schreiben erlaubt, finde ich, etwas anderes – man kann kurz innehalten, all das Durcheinander im Kopf sortieren und die Dinge wirklich einmal aussprechen, beim Namen nennen und dadurch auch einfach klarer machen. Mir gefällt das Gefühl, all die Gedanken und Erfahrungen, die sich über Jahre hinweg in mir angesammelt haben, nicht nur zu denken, sondern auch auf Papier bringen zu können.

Warum mir dieses Thema so wichtig ist

Ich beschäftige mich, wie gesagt, sowohl beruflich, als auch privat schon lange mit diesen entscheidenden, aber meist unsichtbaren Formen von Verlust und Abschied. Also mit dem, was Menschen oft innerlich stark prägt, ohne dass es für andere nach außen überhaupt sichtbar wird. Mit Erfahrungen, die nicht „dramatisch genug“ erscheinen, um in irgendeinem Trauerratgeber zu erscheinen – und ja, trotzdem sehr oft, sehr tief wirken. Was mich dabei am meisten berührt, ist immer wieder die Tatsache, wie viele Menschen mit solchen Erfahrungen alleine bleiben. Nicht, weil nicht wirklich jemand da wäre in ihrem Umfeld, sondern weil genau dort oft einfach die Sprache fehlt, das Bewusstsein und auch der Mut, sich damit zu zeigen. Und genau deshalb ist es mir ein Anliegen, neben meiner Arbeit in diesem Bereich, auch darüber zu schreiben.

Warum ich heute selbstständig in diesem Bereich arbeite

Inzwischen arbeite ich mit meiner Praxis LEBENSNARBEN selbstständig mit Menschen rund um diese nicht sichtbaren Verluste und deren gesunde Integration in das eigene Leben. Diese Entscheidung zur Selbstständigkeit ist bei mir nicht zufällig entstanden, sondern aus den Erfahrungen heraus, die ich in meiner langjährigen Arbeit mit Menschen, als angestellte Beraterin für Menschen in Umbruchsituationen und Referentin für berufliche Bildung gemacht habe, und dem über die Jahre gewachsenen Bewusstsein für eine bestehende Lücke. Denn ja, es gibt inzwischen viele, gut etablierte Trauerbegleitungen für Todesfälle und es gibt viele therapeutische Angebote als Hilfe bei traumatischen Ereignissen, eben für klar diagnostizierte Belastungen und ihre Folgen (mit leider allerdings teilweise endlosen Wartezeiten). Aber dazwischen? Da gibt es kaum ein Bewußtsein, geschweige denn einen Raum. Einen Raum für Menschen, die massive Verluste erlebt haben – auch wenn halt niemand gestorben ist und die nicht, im klassischen Sinne, therapeutische Unterstützung brauchen. Für Menschen, deren Leben sich trotzdem grundlegend verändert hat. Menschen, die funktionieren, arbeiten, Entscheidungen treffen und die sich trotzdem innerlich ohnmächtig, hilflos und leer fühlen.

Für diese Menschen gibt es erstaunlich wenige Anlaufstellen, die sie auch als solche für sich wahrnehmen. Oft sind ihre Erfahrungen ihrem Gefühl nach „nicht eindeutig genug“ für Therapie und gleichzeitig auch vermeintlich „zu wenig greifbar“ für klassische Trauerbegleitung. Also machen diese Mensche einfach weiter, als wäre nichts passiert, halten durch und passen sich immer wieder so gut es geht an. Und bleiben dadurch mit dem, was sie innerlich bewegt, weitgehend allein.

Warum ich mich auf dieses Experiment einlasse

Die Blockdekade ist für mich ein Experiment. Ich will ausprobieren, ob meine Art, dieses Thema anzugehen und zu verdeutlichen und die Essenz meiner Arbeit sichbar zu machen, andere Menschen erreicht. Ob sie sich darin wiederfinden. Ob meine Gedanken etwas in ihnen anstoßen oder sortieren helfen. Deshalb freue ich mich auch auf Rückmeldungen, nicht im Sinne von „Lobpudelei“, sondern im Sinne von Resonanz. Denn genau das ist es, worum es mir geht: Menschen mitzunehmen in meine Gedanken- und Arbeitswelt. Und gemeinsam bewusster hinzuschauen auf das, was oft übersehen wird und doch so viel Einfluss auf jeden einzelnen, aber auch auf uns alle, als Gesellschaft hat.

Zehn Tage, zehn Texte, definitiv kein fertiges Ergebnis, aber immerhin ein Anfang. Und ich bin gespannt, wohin dieser führt. Also, ich freue mich sehr, wenn Du mitliest und wenn meine Gedanken und Texte auch bei Dir Resonanz erzeugen. Lass es mich gerne wissen – ich freue mich über Deinen Kommentar.

 

 

Foto: by

instagram.com/caleidoskop

 

Hallo, ich bin Astrid.

Ich bin die, die zuhört. Die fragt. Die mit Dir aushält, was gerade schwer ist, ohne Ratschläge und ohne Urteile.

Trauer und Verluste gehören zum Leben dazu, auch abseits von Tod und Sterben. Ich weiß, wie sehr sie belasten können und wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der Dich ernst nimmt, Deine Gefühle mitträgt und mit Dir gemeinsam neue Perspektiven entwickeln kann.

Ich kann Dir Deine Trauer nicht abnehmen. Aber ich kann Dir helfen, sie ein kleines Stück leichter tragen zu können. Mit Worten, mit Bildern, mit Impulsen. Damit wieder Raum entsteht in Deinem Leben: Für mehr Lebendigkeit, Leichtigkeit, Freude und neues Vertrauen. 💜

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Astrid von Prondzinski

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